
Selcuklu Tauben in den
Farben des Himmels
so werden sie in der Türkei genannt.
Bei uns in Deutschland nennen wir sie Seldschuken Tauben
Eisfarbig ohne Binden.
Wir haben nur die laut deutschem Standard festgelegten Farbenschläge:
• Eisfarbig ohne Binden
• Schwarz
• Schwarz mit weißem Schwanz
• Weiß
Diese Farbenschläge haben Perlaugen und keine Haube!
In der Türkei gibt es
•Eisfarbige ohne Binden und mit Binden, mit und ohne Haube
•Schwarze mit und ohne Haube
•Schwarze mit weißem Schwanz mit und ohne Haube
•Weiße mit und ohne Haube; mit dunklen oder gebrochenen Augen oder auch hellen Augen
•Blaugeelsterte mit Haube
•Schwarzgescheckte, diese werden auch Bunte genannt
• Aus Liebhaberei auch Schimmel mit und ohne Haube.Einen Standard gibt es in der Türkei nicht, nur Beschreibungen aus der Geschichte.Der „Seldschuken-Club Deutschland“ hat sich nach alten Überlieferungen der Selcuklu Tauben einen Standard und eine Musterbeschreibung für die Seldschuken-Tauben erarbeitet und dieser wurde vom BDRG anerkannt. Ansonsten hätte man die Seldschuken-Tauben nicht ausstellen können.
Es ist schon richtig wenn man auch in türkischen Kreisen von „Deutschen Seldschuken“ spricht. Wir haben keinen Einfluss auf die Züchtungen in der Türkei - schön wären gemeinsame Ziele!
Die türkischen Züchter verschließen sich, es gibt so gut wie keine Kontakte. Über die Geheimnisse dieser Tauben noch mehr zu erfahren - das bleibt wohl weiterhin ein Geheimnis!
Zu den Anfragen von Besuchern meiner Homepage über Seldschuken Blau mit Binden oder Blau gehämmert:
Aus Schwarzen Seldschuken mit Eisfarbigen gepaart fallen Schwarze, Blaue mit Binden und Blau gehämmerte Tiere.
Seit dem fast 2-jährigen Bestehen meiner Homepage und über 73.000 Besuchern auf meinen Seiten in dieser Zeit, dürfte ich schon vielen bekannt sein.
Ich kann viele neue Kontakte über Email und Telefon verzeichnen. Es waren nicht nur Taubenzüchter, sondern auch Menschen, denen Tauben zugeflogen waren und die Hilfe suchten.
Züchterisch beratend konnte ich helfen und auch einige neue Mitglieder für unseren Sonderverein werben. Per Email geht das heute alles problemlos und schnell. Es macht mir auch sehr viel Freude.
Nun ist es an der Zeit, auch mal etwas züchterisches Wissen weiter zu geben an alle, die es interessiert.

Erfahrungsbericht über Gescheckte Tauben
(Seldschukentauben, Farbenschlag Schwarz–Weißschwanz einbegriffen)
Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich schon mit der Scheckenzucht. Ich habe sehr viel, auch aus Büchern, darüber in Erfahrung gebracht - gezüchtet und studiert, wie selten ein Taubenzüchter.
Mein Vorbild war oder ist Axel Sell - bekannt durch viele Bücher, zum Beispiel „Tauben züchten mit System“. Auch persönlichen Schriftverkehr hatte ich mit dem Buchautor. So fundierte und erweiterte ich mein Wissen über Scheckenzucht.
Als ersten Grundsatz sollte man versuchen, nichts dem Zufall zu überlassen. Das bedeutet, dass man genau Buch führt und sich alles aufschreibt, was man heraus züchtet. Das ist einfach gesagt, aber in der Praxis sehr schwer zu verwirklichen. Ich war schon oft verzweifelt und bin an meine Grenzen gestoßen. Jedoch habe ich nie aufgegeben, gescheckte Tauben - vor allem durch gefärbte Tiere - zu züchten. Alles wäre einfacher, wenn man vorher wüsste, was alles in den Tieren drin steckt, was schon ein gekreuzt wurde usw.
Darin liegt das Problem bei Scheckenzüchtungen, man stößt bei der Nachzucht immer wieder auf Tiere, wo man sich fragt: wo kommt das denn schon wieder her?
Man lernt immer wieder etwas neues dazu - und das wohl ohne Ende.
Vor ca. 2 Jahren habe ich mich entschlossen, Seldschukentauben im vorhandenen Farbenschlag Schwarz-Weißschwanz als zweiten Farbenschlag neben meinen eisfarbigen Seldschuken zu züchten. Ich war mir durch meine Vorkenntnisse natürlich schon vorher bewusst, was da auf mich zu kommt.
Schnell waren dann 3 Paar Weißschwanz-Seldschuken gekauft.
Schon im ersten Jahr musste ich feststellen, dass ich keine einzige Taube weißschwänzig gezogen hatte! Die Nachzucht brachte überwiegend Tauben, die eine Scheckung am gesamten Körper aufwiesen. Nur Einzeltiere waren Schwarz mit zwei bis drei weißen Federn im Schwanz.
Des Weiteren musste ich nach diesem einen Jahr feststellen, dass meine gekauften Weißschwanz-Tauben immer mehr weiße Federn im gesamten Körperbereich entwickelten. Sehr ärgerlich!
So mancher Züchter, der sich diesen Farbenschlag zu gelegt hat würde sagen, alles Mist, was ich mir da gekauft habe.
Mein Kommentar hierzu ist folgender: Gescheckte Tauben mit einem weißen Schwanz zu züchten, ist eine Hochform der Scheckung. Nur wer viel Geduld und Ausdauer hat, sollte sich mit diesem Farbenschlag befassen.Nachstehend ein Auszug aus dem Tauben-Buch von Axel Sell (Tauben züchten mit System) Seite 185:
Hypothese eines gemeinsamen Scheckfaktors (nach Axel Sell)
Bei einigen Scheckungen, wie der Weißschwänzigkeit, sind die Ergebnisse bei Paarungen mit Einfarbigen widersprüchlich. Einmal verhält sich die Anlage rezessiv, bei anderen Paarungen deutet alles auf Dominanz hin. Diese Erscheinung könnte wie folgt erklärt werden:
Zum Ausdruck kommt die Scheckung bei einer Kreuzung mit einer anderen Färbung nur dann, wenn der Partner einen allgemeinen Scheckfaktor besitzt, der die Ausprägung der Scheckung zulässt, isoliert vorhanden, aber keine Wirkung zeigt. Die Paarung gescheckter Farbenschläge untereinander ergibt dann gescheckte Nachzucht, weil beide Eltern diesen gemeinsamen Faktor besitzen. Die Paarung mit Einfarbigen ergibt ebenfalls gescheckte Nachzucht, wenn der Einfarbige zufällig diesen allgemeinen Scheckfaktor besitzt. Der genetische Unterschied liegt im obigen Beispiel dann nicht in den Weißschwänzen, sondern in den zur Kreuzung verwendeten Einfarbigen.
Wie man dem Vorgenannten entnehmen kann, ist es wahrhaftig hohe Schule. Aber allen Liebhabern dieser schönen Taubenrasse macht das Züchten Freude. Wenn sich der Erfolg einstellt, ist das Züchterherz glücklich!
Nur ran an die gescheckten Weißschwänze - es gibt noch viel zu tun, um diesen Farbenschlag zu erhalten.
Noch etwas: Aus den gescheckten Tauben fallen auch rein Weiße und Schwarze. Die Weißen, die ein rezessives Weiß aufweisen (Federkiele und Schnabel hell, sowie helle Augen), sind reinerbig! Diese untereinander gepaart ergeben weiße Nachzucht, man kommt ohne Fremdeinkreuzung, ohne Veränderung der Mentalität und des Wesens zu echten weißen Seldschuken – ebenfalls auch zu Schwarzen mit hellen Schnäbeln.
Ich hatte das Glück, in diesem Jahr zwei weiße Tauben zu ziehen, denn die Aufspaltung tritt meist erst nach einigen Jahren auf. Allerdings: immer klappt das alles auch nicht – etwas Züchterglück sollte man schon haben. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie auch Axel Sell schreibt.
Viel Spaß bei der Zucht!
Für Fragen stehe ich selbstverständlich weiterhin gern zur Verfügung.